Knopfbatterien sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Sie stecken unter anderem in Autoschlüsseln, Fernbedienungen, Küchenwaagen, Kameras, Uhren, Spielzeug oder LED-Teelichtern. Oft machen wir uns erst Gedanken über die kleinen Knopfzellen, wenn ein Gerät plötzlich nicht mehr funktioniert: Wo ist das Batteriefach, welche Batterie wird benötigt – und haben wir sie noch zu Hause?

Wird eine Knopfbatterie verschluckt, verläuft dies in den meisten Fällen ohne Komplikationen. Die Batterie wird innert 24–96 Stunden auf natürlichem Weg mit dem Stuhl ausgeschieden.
Problematisch wird die Situation dann, wenn die Knopfbatterie in der Speiseröhre stecken bleibt. Dort kann der Kontakt mit der feuchten Schleimhaut zu einem Stromfluss führen. An der Kontaktstelle entsteht dabei eine starke Base, die das umliegende Gewebe verätzt. Bereits nach kurzer Zeit sind schwere Verätzungen möglich.
Wird eine solche feststeckende Batterie rasch erkannt, kann sie im Spital notfallmässig entfernt werden. Erfolgt die Entfernung rechtzeitig, erholt sich das Kind vollständig und ohne bleibende Folgen. Verzögert sich die Behandlung, kann es zu schweren Verletzungen der Speise- oder Luftröhre kommen, mit Atem- oder Schluckproblemen und teilweise langwierigen Folgebehandlungen. Selten enden solche Unfälle leider auch tödlich.

Die Symptome können unspezifisch und diskret sein. Manche Kinder verweigern plötzlich Essen oder Trinken, würgen, speicheln vermehrt oder wirken ungewöhnlich unruhig. Andere klagen über Schmerzen oder ein Druckgefühl hinter dem Brustbein. Teilweise treten leichte Atemwegsbeschwerden auf, sodass die Symptome einer Erkältung ähneln.
Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Beurteilung schwierig, da sie Beschwerden nicht gezielt äussern können. Zudem ist die Speiseröhre bei kleinen Kindern enger, wodurch das Risiko des Steckenbleibens erhöht ist – insbesondere bei Knopfbatterien mit einem Durchmesser von 20 mm oder mehr.
Moderne Geräte werden immer kleiner und zugleich energieintensiver. Seit der Jahrtausendwende kommen deshalb immer häufiger Lithium-Knopfbatterien zum Einsatz. Eine Studie aus den USA zeigt, dass die Anzahl schwerer Verätzungen mit Knopfzellen deutlich zugenommen hat. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem vermehrten Einsatz von Lithium-Knopfbatterien.
Besonders problematisch sind Lithium-Knopfbatterien mit einem Durchmesser von 20 mm oder mehr, wie die weitverbreiteten Typen CR 2032 und CR 2025 sowie CR 2016. Aufgrund ihres grossen Durchmessers bleiben sie bei Kleinkindern häufiger in der Speiseröhre stecken und sind heute in nahezu allen schweren Verläufen beteiligt.



